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Posts mit dem Label "Erinnerungen" werden angezeigt.

Die Treppe zum Himmel - Stairway to Heaven

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  ➡️ Hörversion  Das weiße Radio, das in dem ebenso weiß furnierten Regal in ihrem Zimmer steht, liebt Petra über alles. Für sie ist es die Quelle besänftigender Klänge und erweiterten Fühlens. Da wird er angekündigt, der Song, den sich ihre Seele derzeit zur Kuscheldecke erkoren hat. Noch während der Ansage stürzt sie zu ihrem großen Spulentonbandgerät, das sie sich von ihrem ersten in den Sommerferien verdienten Geld gekauft hat. Geliebte Musikstücke zu konservieren, sodass sie immer wieder angehört werden können, davon hat sie schon lange geträumt. Das Gerät läuft. Wie gut, denkt sie, dass ich gestern noch das Ende des letzten aufgenommenen Songs genau eingestellt habe. Hochkonzentriert achtet sie darauf, wann der Sprecher sich einblendet, um den nächsten Titel anzusagen. Da ist der Moment! Schon wieder wird der Song vor der nächsten Ansage nicht lange genug ausgeblendet, sodass die Stimme des Sprechers mitten in die Musik hineinplatzt! Ich könnte dem die Gurgel umdr...

Goldene Bekenntnisse

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   ➡️ Hörversion Er hatte sich eine Füllfeder gekauft. Kostbar war sie. Die Feder war aus vielversprechendem Gold – denn dieses Versprechen hatte er sich selbst gegeben: Mit dieser Füllfeder würde sich sein Schreiben verändern. Gold – das war für ihn der Inbegriff des Beständigen, des Überdauernden, des Kostbaren. Er wollte seine geliebte Marie mit seinen Worten verzaubern. Besonders jetzt. Im Krieg. Sie sollte seine Briefe immer wieder lesen wollen. Briefe, in die er goldene und noch nie von ihr gehörte Liebesbekenntnisse einbetten wollte. Jeden Morgen, wenn er aufwachte, sah er neue Seelenschwüre wie eine Laufschrift vor seinem inneren Auge vorbeiziehen. Und jedes Mal schlief er wieder ein und verlor seinen kostbaren Schatz, der in seinem Herzen klopfte. Er wusste: Diese Füllfeder würde in jenen schläfrigen Momenten einen sanften Funken in ihm entfachen, der ihn aus der Umarmung des Schlafs reißen und an den Tisch führen...

Brief an den Frühling

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    ➡️ HIER lese ich Dir den Brief vor.   Frühling! Geschätzter! Geliebter! Liebster! Heiß und innig Erwarteter! Wie sehr Du mir ans Herz gewachsen bist, seit meine Jahresringe ihrem irdischen Ende immer rascher entgegenwachsen. Weißt Du eigentlich, um wie viel mehr ich Dich heute zu schätzen weiß als damals in meiner Kindheit, als noch mein ganzes Leben Frühling war? Konnte ich ahnen, dass diese noch völlig unreflektierten Gefühle eines Tages auf den vierten Teil eines Lebensjahres schrumpfen würden? Damals hörte ich Oma über den langen Winter klagen, über die Kälte, den Schnee. Opas Stube war, wie wir sagten, muckelig warm. Fast unerträglich warm für uns Kinder, die wir ständig in Bewegung waren. Wenn Du nahst, zieht auch heute noch ein Sehnen durch meine Glieder. Auf, auf!, scheinen sie zu rufen. Nutze uns, solange wir Dir zu Diensten sind. Du siehst, Du bist aufs Herzlichste willkommen mit Deinem jungfräulichen Strahlen, das all meine Sinne belebt.    Die er...

Ich ahne Euch ... - eine Hommage an die Vorfahren

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  Ich ahne Euch (beim Anklicken der Überschrift lese ich den Text vor)   Geliebt seid Ihr alle! Himmlische Seelen, die Ihr Euch in meinem Herzen auslebt. Die Ihr mir morgens im Spiegel entgegenblickt.   Ich lächle ihnen zu,  den ottokleinen Äuglein. Den helgafaltigen Lippen. Der hennyrunden Nase. Den willimephistophelischen Augenbrauen. Dem johannesverschmitzten Urahntlitz. Der wilhelmoralischen Strenge. Der margaretheverhärmten Finsternis. Den mariatraurigen Zügen.   Guten Morgen, Ihr lieben Ahnen!   Ich ahne Euch   Ich achte Euch und Euer Leben, das sich im Himmel verflüchtigt hat und doch noch durch mein dunkeldichtes Leben spurt.   Ich ahne Euch   In Euren Briefen, auf Fotos von Euch.   In Erinnerungen, die sich aus der Verdichtung ins Licht bewegen.   Mit jedem Brief, den ich gescannt und dann geschreddert habe.   Mit jedem Foto, in dem ich mich selbst als An...