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Magie zwischen Himmel und Erde

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➡️Hörversion Stillstand. Mitten im Gehen. Ein leiser Widerstand unter meinen Füßen, Ziegelschotter knirscht, rötlich, krümelig. Kritsch kritsch kritsch. Alles Rhythmus, alles Zeit. Mein Blick wendet sich zum Himmel. Oben. Unten. Der Morgen ist voller Magie, die ich auf der Haut spüren kann. Oben die Sonne. Unten … ein Bruchstück eines roten Ziegels. Darauf zwei Wörter, scharf eingeprägt wie ein Rätsel. MANN BERG Ich lese. Sprache spricht mich immer an. Ein Echo antwortet in meinem Inneren: MOSES SINAI Bilder steigen auf. Der uralte Moses auf seinem Gipfel, Arme erhoben, Steintafeln leuchtend im gemalten Licht. Unzählige Künstler haben ihn in dieser Szene in gewaltige Bilder gegossen. Die zehn Gebote. Nicht Ver-bote. Ge-bote. Leises Wissen, eingegraben in mein Herz. Heilige Ahnung durchzuckt die Stille, als trüge dieses Steinchen die geheime Inschrift allen Menschseins – ein Stück Göttlichkeit, getarnt als Ziegelbruch. Ein Echo der großen Tafeln. Wi...

Die Tulpe

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  ➡️Hörversion  SCHWARZ-WEISS – Yin-Yang – tot und statisch ist der Urgrund des Seins. Wie ein Schachbrett. Schwarz – Weiß – Schwarz – Weiß … in alle vier Himmelsrichtungen. Wechsel zwischen den Polen, den Extremen. Schwarz für Dichte. Weiß fürs Lichte. Aus sich selbst heraus ist dieser statische Grund nicht in der Lage, Lebendiges hervorzubringen. Ein Schachbrett ist leblos. In ihm schlummern nicht einmal Ideen. Es fehlt der Geist. Das Spiel findet AUF dem Urgrund der Bipolarität statt. Es sind die Figuren, die darauf das Spiel des Lebens spielen. Auf dem Schachbrett bekämpfen sie sich. Einer wird gewinnen. Schwarz oder Weiß. Krieg ohne Frieden. Wenn das Spiel aus ist, ist es aus. Alle Figuren müssen vom Feld und ihre Anfangsstellung wieder einnehmen. Das Spiel beginnt von vorn. Es ist ein Spiel, das von der nächsthöheren Ebene aus gesteuert wird. Vom menschlichen Verstand. Der besser Geschulte gewinnt mit seiner Farbe. Schwarz ODER Weiß gewinnt. Auge um Auge … EINE...

Imagination

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  ➡️Zur Hörversion Raspelraspelraspel … als gäbe es kein Morgen. Raspelraspelraspel. Das Angebot war riesig. Unüberschaubar. Argynnis wuchs und wuchs. Schlaraffenland umfing sie. Es schmeckte. Einfach. Lecker. Nachts ruhte sie in dem Wissen, dass auch morgen ihre Lieblingspflanzen wieder ein Stück weiter gewachsen sein würden. Blatt für Blatt. Millimeter für Millimeter. Wilde Veilchen, Ackerstiefmütterchen … sie hatte die große Auswahl. Sie war dankbar für das reichhaltige Angebot der Natur. Dachte sie darüber nach? Nein. Machte sie etwas falsch? Nein. Hätte sie nicht vorsorgen sollen? Nein. Denn die Natur hat Fülle im Übermaß. So fraß sie weiter.   Doch ohne zu wissen warum, fühlte sie sich eines Morgens etwas merkwürdig. Sie hatte keinen Appetit mehr, in ihrem Verdauungssystem kam alles zum Stocken. Sie mochte nicht mehr herumkriechen und nach Nahrung schauen. Müde legte sie sich zwischen die dichten Grashalme einer Wiese. Aus ihrem Hinterteil ließ sie einen ...